Objekt laden
Geben Sie eine Nummer, einen Namen, eine ausgeschriebene MPC-Bezeichnung oder eine klassische beziehungsweise erweiterte Packed-Bezeichnung ein. Die Browser-App sucht im gleichnamig ausgelieferten Bahndatenpaket. Ein zusätzliches, mit Ephemeris erzeugtes JSON-Paket kann lokal importiert werden.
Die Windows-GUI und die CLI laden beliebige eindeutige Objekte direkt von NASA/JPL. Die statische Website verwendet dagegen vorbereitete Daten, weil sie keinen Anwendungsserver besitzt.
Die Windows-GUI läuft als Einzelinstanz. Ein erneuter Start aktiviert das bereits geöffnete Fenster, während die CLI weiterhin mehrere parallele Rechenaufträge ausführen kann.
Die Auswahl JPL/MPC, NEOCP oder PCCP kennzeichnet die gewünschte Quelle. Eine NEOCP-/PCCP-Beobachtungsliste allein ist noch keine berechenbare Bahn: Für Kandidaten ohne publizierte Bahnlösung muss deshalb ein passendes lokales JSON-Bahnpaket importiert werden.
Beobachtungsort wählen
Ein gültiger MPC-Code kann direkt eingegeben oder nach Code beziehungsweise Stationsname gesucht werden. Alternativ verwenden Sie Browserposition, manuell eingegebene Breite/Länge/Höhe oder einen Punkt auf der OpenStreetMap-Karte. Das Mausrad zoomt, Ziehen mit gedrückter Maustaste verschiebt die Karte und nur ein kurzer Klick übernimmt eine Position. Danach zeigt die Seite fünf geeignete MPC-Stationen zur freien Auswahl und bietet zusätzlich die exakte Koordinate an. Häufige Orte können als Favoriten gespeichert werden.
Ein lokales Azimut-/Höhen-Horizontprofil kann als Text, CSV, HZN/HOR/HRZ/MASK oder JSON geladen werden. Das EU-Geländeprofil stammt aus PVGIS der Europäischen Kommission. Es beschreibt nur Gelände aus einem Höhenmodell; Häuser, Bäume und andere örtliche Hindernisse fehlen. Die Windows-App lädt das Profil direkt. Der offizielle PVGIS-Server erlaubt der rein statischen Browser-App keinen CORS-Lesezugriff: Deshalb öffnet die Website die offizielle JSON-Datei, die anschließend lokal gespeichert und über „Horizontprofil laden“ importiert wird. Diese Karten-, Stations- und Horizontfunktionen orientieren sich an den öffentlichen Standortfunktionen des lokalen Projekts MPC-RSS.
Erst ein ausdrücklicher Klick auf „Wetter“ ruft für den gewählten Ort interpolierte Temperatur und Luftdruck von Open-Meteo ab und übernimmt beide Werte für die Refraktionsrechnung. Es erfolgt kein automatischer Wetterabruf.
Satellitenbilder sind optional. Die öffentliche Seite verwendet einen auf jostjahn.de beschränkten MapTiler-Schlüssel. Ein eigener Schlüssel kann ihn im lokalen Browserspeicher ersetzen.
Eine Browser-App kann den User-Agent ihrer Kartenabrufe nicht selbst festlegen. MapTiler muss deshalb über Allowed HTTP Origins freigeschaltet werden. Für die lokale Vorschau wird ein separater Testschlüssel mit 127.0.0.1 als erlaubtem Ursprung empfohlen. Offizielle MapTiler-Anleitung
Die Windows-App speichert ihren eigenen Schlüssel lokal in %LOCALAPPDATA%\AmrumSoftware\Ephemeris\settings.json und setzt ihn beim nächsten Öffnen automatisch ein. Dafür empfiehlt sich ein separater Desktop-Schlüssel mit AmrumSoftware-Ephemeris unter Allowed user-agent header und ohne HTTP-Origin-Einschränkung.
Automatische Rechenmethode
„Schnell“ ist der Standard und rechnet ohne N16. „Präzise“ verwendet alle Planeten, Erde und Mond sowie das aktuelle offizielle Horizons-N16-Asteroidenmodell. Beide Methoden berücksichtigen die Sonnenrelativität und vorhandene nichtgravitative A1/A2/A3-Parameter einschließlich der von JPL gelieferten Aktivitätskonstanten.
Bei extremer Exzentrizität, nichtgravitativen Parametern, schwacher Bahn, kleiner MOID, engem Vorbeiflug oder langer Fortrechnung warnt Schnell vor möglicher Ungenauigkeit. Find_Orb ist weder Rechenkern noch Fallback der App.
Tabelle bedienen
Als Start und Ende werden ISO-Werte sowie normale Kalenderdaten wie 21.07.2026 akzeptiert. Ohne Uhrzeit gilt 00:00:00 UTC. Die Kalenderschaltflächen öffnen die Datumsauswahl; Uhrzeiten werden getrennt und überschreibend eingegeben. „Mitternacht Ortszeit“ ermittelt die Zeitzone des gewählten Orts und setzt den entsprechenden UTC-Zeitpunkt. Ende, Anzahl oder Schrittweite können jeweils aus den beiden anderen Werten berechnet werden. Zusätzlich kann die Schrittweite an eine Zielbewegung angepasst und der Zeitraum auf Kulmination oder kleinsten Abstand zentriert werden.
- Jeder kompakte Spaltenknopf schaltet eine Spalte ein oder aus. Die Knöpfe fließen frei über die ganze verfügbare Breite und brechen bei Bedarf um. Sichtbare Spalten sind blau, ausgeblendete neutral. Einheiten stehen im Tabellenkopf und im Hovertext.
- Ein Klick auf einen Spaltenkopf sortiert; ein Rechtsklick öffnet die vollständige, am Browserfenster begrenzte Spaltenauswahl.
- Spalten können gezogen und an ihren rechten Grenzen in der Breite verändert werden.
- Beim ersten Ergebnis und nach dem Ein- oder Ausblenden werden die sichtbaren Spalten einmalig auf die Tabellenbreite verteilt. Manuell geänderte Breiten bleiben danach stehen.
- Breite optimieren wiederholt diese einmalige Verteilung. Umbruch ist im aktiven Zustand blau und schaltet lange Zellwerte um; die Detailansicht behält stets den vollständigen Wert.
- Entfernung LD gibt den topozentrischen Abstand in mittleren Mondentfernungen an; 1 LD entspricht 384 400 km.
- Spaltenprofile für visuelle Beobachtung, Astrometrie, Photometrie und Nahvorbeiflüge können durch eigene gespeicherte Profile ergänzt werden.
- Große Ergebnisse werden standardmäßig in Blöcke zu 1000 Zeilen geteilt. Ober- und unterhalb der Tabelle stehen dieselben Vor-/Zurück-Schaltflächen; Blocknummer und UTC-Zeitraum bleiben sichtbar.
- Die Anzeige verwendet UTC auf Sekunden, Rektaszension auf 0,1 Zeitsekunden, Deklination auf eine Bogensekunde, Höhe/Azimut/Mondabstand/Sonnen- und Mondhöhe auf ganze Grad sowie AE-Abstände mit fünf Nachkommastellen.
- Ein Doppelklick auf eine Zeile zeigt alle Werte. CSV, JSON, TXT, XML, ODS, XLS, VOTable, DS9-Regionen und ein Guide/Project-Pluto-ZIP stehen als Download bereit.
Zusätzliche Beobachtungs- und Bahndaten
Die additive Auswahl umfasst 67 Werte, darunter refraktierte Höhe, Stundenwinkel und Zenitabweichung, Dämmerung, Sichtbarkeit, Aufgang/Kulmination/Untergang, getrennte Bewegungsanteile, Radialgeschwindigkeit, Beobachtbarkeit, MOID, Bahnepochen und Warnhinweise. Die Zenitabweichung ist die Zenitrichtung gegenüber Himmelsnord; sie hilft bei Bildfelddrehung und Kameraausrichtung. Neben der von JPL gelieferten Erd-MOID werden numerische oskulierende MOIDs für Mond und Merkur bis Neptun angeboten. Die Mond-MOID ist dabei eine heliozentrische Momentaufnahme an der Bahnepoche, keine langfristige unabhängige Mondbahn-Konstante. Mindesthöhe, lokales Horizontprofil und die drei Dämmerungsgrenzen können gemeinsam filtern. Falls JPL eine Kovarianzmatrix liefert, kann daraus eine linearisierte 1-Sigma-Unsicherheitsellipse am Himmel berechnet werden. Bei sehr dichten Vorbeiflügen bleibt eine spätere nichtlineare Monte-Carlo-Prüfung sinnvoll.
Nach der Rechnung zeigt die RA/Dec-Sternkarte den Ephemeridenverlauf animiert. Beim Abspielen bleibt das Objekt im gewählten Kartenmaßstab zentriert. Aladin Lite liefert bei erreichbarem CDS-Dienst den Himmelsbildhintergrund; andernfalls arbeitet automatisch die lokale Karte weiter. Der Verlauf kann als WebM-Video mit wechselnd am Rand eingeblendeter Urheberangabe „(C) Ephemeris / Jost Jahn“ gespeichert werden.
Entwicklerpaket für Programme und KI
Das lokale Entwicklerpaket enthält ausschließlich den netzwerkfreien Python-Rechenkern, DE440s, den geprüften N16-Laufzeitsnapshot, lesbare Quellen, ein Beispiel, KI-Integrationsregeln und die Horizons-Prüfberichte. GUI, Downloader, Stationskatalog, Karten und Updatecode sind nicht enthalten. Vor einer öffentlichen Weitergabe muss noch eine ausdrückliche Open-Source-Lizenz gewählt werden.
Datenzeitraum der Browser-App
Die aktuellen DE440s- und N16-Webpakete decken 1850-01-01 bis 2150-01-01 ab. Die Daten sind in 60 Fünfjahresdateien geteilt und werden nacheinander nur für Elementepoch und Ausgabezeitraum geladen. Außerhalb dieses gemeinsamen Bereichs ist ein neuer Datensatz erforderlich.